Für die Vertreter:innen des Deutsch-Französischen Jugendwerks, Deutsch-Polnischen Jugendwerks, ConAct, IJAB, JUVE und Tandem stand im Mittelpunkt das Thema „Diversität in der Sprachanimation“. Referentin Claudia Hempel gab einen Impuls zu diversitätssensibler Sprache und eröffnete damit intensive Arbeitsphasen und reflektierte Diskussionen. Gemeinsam gingen die Teilnehmer:innen der Frage nach, wie Sprachanimation so gestaltet werden kann, dass die Bedürfnisse möglichst vieler Personen berücksichtigt und individuelle Grenzen bewahrt können. Dabei spielten unterschiedliche Aspekte wie körperliche und psychische Beeinträchtigungen, Geschlechtsidentitäten, soziale Hintergründe oder Herkunft eine wichtige Rolle.
Ein zentraler Gedanke war die Herausforderung, einen Ausgleich zwischen Inklusion und der für Sprachanimation typischen Leichtigkeit, Einfachheit, Dynamik und Spielfreude zu finden. In einer Arbeitsphase wurden anhand der Methode „Reverse Engineering“ bestehende Sprachanimationsaktivitäten auf ihre Diversitätssensibilität hin überprüft und angepasst. Das Ergebnis zeigte, dass die überarbeiteten Methoden in den meisten Gruppen deutlich komplexer wurden und teilweise an Dynamik, Bewegung und Spaß verloren.
Die Teilnehmenden waren sich deshalb einig: Sprachanimation soll möglichst niemanden ausschließen - deshalb ist ein sensibilisierter Zugang in der Vorbereitung und Durchführung notwendig - gleichzeitig soll die Sprachanimation aber ihre spielerische und motivierende Wirkung behalten. Hilfreich ist es, Methoden bereits in der Planungsphase kritisch zu hinterfragen. Ist beispielsweise ein Sitzkreis wirklich notwendig? Braucht eine Übung Körperkontakt? Oder können bestimmte Metaphern und Bilder durch andere ersetzt werden?
Gleichzeitig wurde deutlich, dass ein „safer Space“ nicht bedeutet, jede Herausforderung zu vermeiden. Immer noch können Teilnehmer:innen sozialer, physischer und psychischer Herausforderungen gestellt werden. Denn, diese können wichtige Lernprozesse anstoßen, die Persönlichkeitsentwicklung fördern, das Gefühl der Selbstwirksamkeit, Verantwortungsbewusstsein stärken und das Zusammenwachsen einer Gruppe unterstützen.
Die Methodenwerkstatt machte deutlich: Diversitätssensible Sprachanimation bedeutet nicht, bewährte Methoden grundsätzlich zu ersetzen. Vielmehr geht es darum, bewusst abzuwägen, Barrieren abzubauen und zugleich die Offenheit, Leichtigkeit und Freude zu bewahren, die erfolgreiche Begegnungen auszeichnen.
