Über 80 Lehrkräfte und Fachkräfte der Jugendarbeit wagten „Neue Wege im Austausch mit Polen und Tschechien“: Auf zwei Fachkonferenzen mit eben diesem Titel, die der Bayerische Jugendring (BJR) zusammen mit dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk (DPJW) und „Tandem – Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch“ in München und Nürnberg ausrichtete, informierten sie sich über Fördermöglichkeiten und Formate. Kultusministerin Anna Stolz hatte die Schirmherrschaft übernommen. Der BJR will den Austausch mit diesen Ländern weiter vorantreiben und noch mehr Schüler:innen an Mittel-, Real- und Berufsschulen eine solche Auslandserfahrung ermöglichen.
„In der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, dass sich junge Menschen in Frieden begegnen können. Denn Begegnungen schaffen Vertrauen und sind die Grundlage für Akzeptanz, Toleranz und ein friedliches Miteinander! Dies fördern wir durch internationale Schüleraustausche. Ich freue mich, dass dank der Fachkonferenzen der Austausch mit unseren Nachbarländern Polen und Tschechien intensiviert wird und wünsche allen beteiligten Schülerinnen und Schülern viele wertvolle Erfahrungen.“, betonte Kultusministerin Anna Stolz. Und BJR-Präsident Philipp Seitz erklärte: „Der BJR engagiert sich seit Jahrzenten im internationalen Austausch, dabei sind unsere Nachbarn in Mittel- und Osteuropa wichtige Partner, nicht zuletzt in der Auseinandersetzung mit historisch-politischen Themen. Auch die wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit wächst. Aktuell es ist so wichtig wie noch nie, Austausch und Partnerschaften mit den östlichen Nachbarn zu stärken und den Zusammenhalt unter europäischen Ländern zu fördern. Gerade die junge Generation muss die europäische Integration weiter vorantreiben.“
Bislang profitieren junge Menschen, die Mittel-, Real-, Förder- oder Berufsschulen besuchen, noch zu selten von Austauschprogrammen. Dabei bieten internationale Erfahrungen vor allem für Jugendliche aus mobilitätsfernen Familien besonders große Chancen zur persönlichen Weiterentwicklung. Dies bestätigten auch Rückmeldungen der Konferenzteilnehmenden: „Es ist wichtig, dass auch die Jugendlichen in den Blick genommen werden, die nicht so viele Chancen haben. Bei uns gibt es junge Leute, die noch nie im Ausland waren“ oder: „Ich freue mich besonders über den Länderfokus Polen und Tschechien, dorthin sind viele unserer Jugendlichen mit ihren Familien noch nie gereist – dabei bieten diese Länder so viele spannende Erfahrungsmöglichkeiten.“
Auf den beiden Fachkonferenzen wurden neben Informationen zu Fördermöglichkeiten auch cross-sektorale Austauschformate angeregt, bei denen Schulen mit Jugendbildungsstätten oder Jugendringen zusammenarbeiten. Es wurden Methoden für die Gruppenarbeit zu Themen wie Berufsorientierung, Nachhaltigkeit oder historisch-politischer Bildung vorgestellt. Denn Jugend- und Schulaustausche sind auch hochwirksame Formate der Demokratiebildung: Sie fordern von allen Teilnehmenden, Kompromisse zu finden, Rücksicht zu nehmen, empathisch zu sein, sich zu einigen – und bieten damit ein weites Demokratie-Lernfeld.
Neben dem BJR, Tandem und dem DPJW waren auch das Institut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB), die Stiftung Jugendaustausch Bayern und die Initiative „Austausch macht Schule“ vertreten und boten Information und individuelle Beratung für die Pädagog:innen aus Schule und Jugendarbeit.
Text: PM von Karin Fleissner, BJR