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Freiwillige Berufliche Praktika

Ausbildung: Auslandspraktikum erweitert den Horizont

Trotz Corona fanden auch im 20-jährigen Jubiläumsjahr des Programms „Freiwillige Berufliche Praktika“ verschiedene Auslandspraktika junger Menschen aus Deutschland und Tschechien statt – natürlich unter Beachtung aller Hygiene- und Gesundheitsvorschriften: Im Oktober erst beendeten sechs junge Förster-Auszubildende aus Tschechien erfolgreich ihren Auslandsaufenthalt, die zum Praktikum ins süddeutsche Affing bei Augsburg gekommen waren. Ziel des Programms ist es, die interkulturelle Kompetenz junger Auszubildenden zu fördern und die Freundschaft zum Nachbarland zu stärken.

Im Forstbetrieb arbeiteten sie unter der Aufsicht von Michael Reißmann, Betriebsleiter der Freiherr von Gravenreuthschen Forstverwaltung. Reißmann erinnert sich gerne an diese Zeit: „Ich erlebe jedes Jahr bei den Praktikant_innen eine spürbare Neugierde auf das Leben und die Arbeit hier“, berichtet er. Reißmann ließ die Praktikanten in verschiedene Tätigkeitsbereiche hineinschnuppern, wie das Pflanzen junger Tannen, Maßnahmen gegen Wildverbiss, Holzeinschlag und Pflege von Jungbeständen. Der Betriebsleiter ist von der Arbeit TANDEMS überzeugt: „Ich finde diese Institution wichtig - ich bin selbst fast an der bayerisch-tschechischen Grenze aufgewachsen und in meiner Generation war Tschechien über 30 Jahre lang ein weißes unbekanntes Etwas, nicht mal eine Landkarte. Das muss doch überwunden werden!“

Neue Perspektiven

Den diesjährigen Berufspraktikanten-Austausch betreuten die pädagogischen Mitarbeiter_innen, Jarmila Půbalová vom TANDEM in Pilsen und Marius Meier von TANDEM in Regensburg. Beide arbeiten daran, Jugendbegegnungen in Tschechien und Deutschland zu fördern. Seit 2000 unterstützt TANDEM mit dem Programm „Freiwillige Berufliche Praktika“ Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe bei den Praktika im Nachbarland. Dahinter steht die Überzeugung, dass ein Auslandspraktikum bereichernd auf mehreren Ebenen ist, denn es steht nicht allein die fachliche Weiterbildung der Praktikant_innen im Vordergrund, sondern vor allem auch die soziale Komponente und der interkulturelle Hinzugewinn. „Durch die Auslandsaufenthalte werden neue Perspektiven erlebt. Der Blick über den Tellerrand erweitert den eigenen Horizont – Stereotype werden hinterfragt, Unterschiede und Gemeinsamkeiten entdeckt, aber auch Selbstreflexion angeregt“, sagen Meier und Půbalová. Die Verständigung zwischen deutschen und tschechischen Jugendlichen werde dadurch verbessert.

Keine Angst vor der fremden Sprache

Auch das diesjährige Försterpraktikum in Affing wurde trotz der schwierigen Bedingungen durch die Coronakrise mit großem Erfolg durchgeführt. Um die Sprachbarriere zu vermindern, wurden unmittelbar vor dem Praktikum im Wald zwei Vorbereitungstage mit Sprachanimation und Orientierung vor Ort abgehalten. Dadurch wurden Sprachhemmungen abgebaut und Dynamik in die Gruppe gebracht. Diese Vorbereitungstage sind Bestandteil jedes Praktikums. „Die Praktikanten müssen nicht die jeweilige Fremdsprache sprechen. Die Verständigung darf auf Englisch oder auch mit Händen und Füßen sein“, so die Pädagog_innen. „Wichtig ist eher, dass sie sich trauen, sich auf die fremde Umgebung einzulassen.“

20 Jahre Auslandspraktika

Heuer feiert das TANDEM Programm „Freiwillige Berufliche Praktika“ 20-jähriges Jubiläum. Seit Start des Programms haben nahezu 6500 Praktikant_innen diese Möglichkeit ergriffen. 60 Prozent der jungen Leute kamen aus Tschechien, 40 Prozent aus Deutschland. Für Jarmila Půbalová ist ein solches Praktikum ein Weg, neue Möglichkeiten aufzuzeigen und zu verbinden. „Wir gestalten die gemeinsame Zukunft!“ formuliert Marius Meier das offizielle TANDEM-Motto. „Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus kann ich einen Auslandsaufenthalt in Tschechien empfehlen. Der Aufenthalt hat mich als Mensch weitergebracht. Das wünsche ich den Teilnehmer_innen unseres Programms „Freiwillige Berufliche Praktika“ auch!“

Ein Gewinn für die Berufsschulen

Pavel Andrys, Leiter der Forst-Berufsschule im tschechischen Šternberk, von der auch die sechs Praktikanten stammten, ist ein Fan von TANDEM. „Die langfristige Zusammenarbeit mit TANDEM hat für unsere Schule den riesengroßen Vorteil, dass TANDEM sie in der Organisation und Umsetzung erheblich entlastet – das ist wirklich eine unschätzbar wertvolle Hilfe. So kann sich die Schule vollends mit dem Unterricht, wozu auch das Praktikum zählt, befassen.“ Ein weiterer wichtiger Hinweis: Durch das TANDEM-Förderprogramm, das aus Mitteln des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds beziehungsweise dem EU-Programm Erasmus+ finanziert wird, ist für deutsche Berufsschüler bei einem Auslandspraktikum keine oder nur eine geringe Eigenbeteiligung nötig.

 

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Redaktion: Tandem Verantwortlich: Thomas Rudner