Wirtschaftsstaatssekretär Sackmann besuchte Tandem

Vor gut zwölf Jahren hat sich Markus Sackmann, damals jugendpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, heute Staatssekretär im Bayerischen Wirtschaftsministerium, für die Gründung des Koordinierungszentrums Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch Tandem stark gemacht. Am Mittwoch, 17. September 2008, gut elf Jahre nachdem die Bundeseinrichtung in Regensburg ihre Arbeit aufgenommen hat, wollte sich der Politiker über Tandem im Allgemeinen und speziell über die beiden Programme „Freiwillige Berufliche Praktika“ und „Von klein auf – Odmalička“ informieren.

“’Freiwillige Berufliche Praktika’ – ein hoch interessantes Programm“
Der Leiter von Tandem Regensburg, Thomas Rudner, informierte den Besuch aus München kurz über die allgemeinen Aufgabenbereiche der in Regensburg und Pilsen ansässigen Tandem-Büros, um anschließend intensiver auf das Tandem-Programm „Freiwillige Berufliche Praktika“ eingehen zu können. Das Programm, das im Jahr 2000 ins Leben gerufen wurde, bietet deutschen und tschechischen Berufsschüler/-innen, Auszubildenden und jungen Menschen ohne Ausbildungsplatz im Alter von 16 bis 26 Jahren die Möglichkeit, berufliche Praktika im Nachbarland zu absolvieren. Die Praktika dauern mindestens drei, maximal zwölf Wochen. „Die Teilnahme an den Praktika ermöglicht den jungen Menschen, ihre bereits erworbenen Fachkenntnisse sowie Fach- und Handlungskompetenzen weiter zu entwickeln und zu vertiefen“, erklärte Milada Vlachová, pädagogische Mitarbeiterin für das Programm „Freiwillige Berufliche Praktika“. Nicht minder profitieren die Teilnehmer/-innen im persönlichen Bereich: Sie lernen die Kultur, Lebensweise und ansatzweise auch die Sprache des Nachbarlandes kennen. Markus Sackmann bezeichnete das Programm als „hoch interessant“. Es trage einerseits zur Völkerverständigung zwischen Deutschland und Tschechien bei, zum anderen würden die jungen Menschen ihre beruflichen Chancen auf dem europäischen Arbeitsmarkt deutlich verbessern und interkulturelle Kompetenzen erwerben, was von unschätzbarem Wert sei.
Seit Bestehen des Projekts konnten circa 2500 junge Menschen aus Deutschland und Tschechien berufliche wie persönliche Erfahrungen im jeweiligen Nachbarland sammeln.
Ziel: Zertifizierung von beruflichen Modulen
Thomas Rudner wagte noch einen Blick in die Zukunft: „Wir wollen das Programm weiter entwickeln!“ Zwischen Deutschland und Tschechien gibt es bei der Ausbildung strukturelle und inhaltliche Unterschiede. Dennoch wäre es einen Versuch wert, zusätzliche Ausbildungsmodule etwa für das Berufsbild des Industriemechanikers oder des Glasmachers in Kooperation mit einem tschechischen Partner anzubieten und damit einen zusätzlichen Nutzen für die Auszubildenden zu erzielen. Damit dies seinen richtigen Gang gehe, müsse mit den zuständigen Stellen zusammen ein Konzept entworfen werden, das auf jeden Fall auch eine Zertifizierungsmöglichkeit vorsieht.
Sackmann verspricht Unterstützung für das Projekt „Von klein auf“
Großes Interesse zeigte der Wirtschaftsstaatsekretär auch für das Projekt „Von klein auf – Odmalička“. „In den Jahren 2006 und 2007 konnten aus Mitteln der Robert Bosch Stiftung 82 Begegnungen im Vorschulbereich gefördert werden“, berichtete Radka Bonacková, die das Programm von Anfang an betreut. Nachdem die erste Projektphase im April dieses Jahres ausgelaufen ist, läuft gerade die Beantragung aus dem EU-Programm Ziel 3. Da Tandem aus diesem EU-Programm nur Mittel für die unmittelbare Projektarbeit beantragen kann, fehlen noch Geldquellen zur Förderung der Begegnungen . Markus Sackmann versprach, sich für die Sicherung dieser Mittel stark zu machen. Denn gerade im grenznahen Raum erachte er deutsch-tschechische Begegnungen von klein auf als sinnvoll. |
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