MdL Tanja Schweiger: "Thema Nachbarsprache stärken!"

München ist weit weg von Tschechien. Umso wichtiger ist es, den Blick der Abgeordneten des Bayerischen Landtags auf die Themen der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit zu lenken. Einen „Intensivkurs Deutsch-Tschechische Zusammenarbeit“ bekam am Freitag, 26. März 2010, Tanja Schweiger, parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion der Freien Wähler im Bayerischen Landtag. Thomas Rudner, Leiter Tandem Regensburg, informierte die Abgeordnete über die Arbeitsbereiche des Regensburger Koordinierungszentrums und über Themen, die künftig eine größere Rolle in der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit spielen könnten. „Was ich tun kann, mach ich sehr gerne“, versprach Tanja Schweiger nach dem gut eineinhalbstündigen Gespräch in der Maximilianstraße 7.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs haben sich gerade für die ostbayerische Region neue Perspektiven aufgetan. Die Wirtschaft hat die Vorteile erkannt; die Online-Datenbank der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer (DTIHK) zum Beispiel enthält 1500 Profile deutscher Fir-men, die in Tschechien ansässig sind. Große Summen fließen auch in die Infrastruktur. Aber was ist mit Themen wie Sprache und Bildung?
In der Abgeordneten der Freien Wähler fand das Koordinierungszentrum eine interessierte Gesprächspartnerin. „Gerade in der Grenzregion halte ich es für enorm wichtig, das Thema Nachbarsprache zu stärken“, so Tanja Schweiger. Denn Kenntnisse der Nachbarsprache sind nicht nur ein Zeichen für Interesse am Nachbarland und seinen Menschen, sondern verbessern auch die beruflichen Chancen. „Gerade in den Grenzregionen wird bei Vorstellungsgesprächen gerne nach Tschechischkenntnissen gefragt“, weiß Hansjürgen Karl, pädagogischer Mitarbeiter bei Tandem, „Absolvent/-innen von Haupt- und Realschulen im grenznahen Raum bringt eine Drei in Tschechisch mehr als eine Eins in Französisch.“
Aber solange Tschechisch in Konkurrenz zu anderen Wahlfächern steht, gibt es wohl wenige Chancen, dass es mit einem flächendeckenden Tschechischunterricht in den Grenzlandkreisen vorwärts geht.
Zwar gab es bei der Förderung des Tschechischen gerade in der Grenzregion schon viele kleine Schritte, die in die richtige Richtung gehen. Der große Wurf steht jedoch aus Sicht von Tandem noch aus.
Schließlich ist es das Bewusstsein für die gemeinsame Region, das nach Ansicht von Thomas Rudner verbessert werden könnte. Und auch wenn „München weit weg von Tschechien ist“, versprach Tanja Schweiger Unterstützung im Landtag – um eben die Themen Sprache und Bildung im deutsch-tschechischen Kontext mehr in den Vordergrund zu rücken. |
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