I wie Interkulturelle Kommunikation


Tschechien und Deutschland sind benachbarte Länder, und trotzdem gibt es einige kulturelle Gewohnheiten, die ziemlich unterschiedlich sind. In bi- und multinationalen Arbeitszusammenhänge kann es deshalb zu Konflikten kommen, die oftmals auf Missverständnissen beruhen. So ist in Tschechien zum Beispiel die Anrede von höhergestellten Personen (Lehrkräfte, Universitätsmitarbeiter/-innen usw.) förmlich. Schüler/-innen sprechen ihre/-n Lehrer/-in mit „Frau Lehrerin/Herr Lehrer“ (paní učítelko/pane učítele) an, worüber in Deutschland die meisten Schüler/-innen lachen würden.


Interkulturelles Lernen beginnt grundsätzlich mit der Sensibilisierung für die eigene kulturelle Gebundenheit, denn nur dann ist Verständnis für die Kultur „der Anderen“ möglich.
Da in dieser Broschüre kein komplettes Interkulturelles Training geboten werden kann, kommen hier erst einmal ein paar „Tipps zum Alltag in Tschechien“, da auch Stereotypisierungen einen guten allgemeinen Orientierungsrahmen geben können:

Vor dem Betreten einer Privatwohnung zieht man am Eingang immer die Straßenschuhe aus. Vorher Socken kontrollieren :-).

Als Besucher/-in des Landes schafft man sich Vertrauen durch Offenheit und Interesse für Land und Leute und durch einige Brocken Tschechisch. Besserwisserei kommt nicht gut an

Handzeichen und Kopfbewegungen sind in Tschechien weitgehende gleichbedeutend wie in Deutschland.

An Bushaltestellen wird geduldig gewartet und auch in überfüllten Bussen und Zügen wird ohne Murren ausgeharrt. Drängler/-innen werden nicht gerne gesehen. Für ältere Personen wird bereitwillig Platz gemacht.

Die Lautstärke der Kommunikation in der Öffentlichkeit (in öffentlichen Verkehrsmitteln, Cafés, Restaurants usw.) ist häufig leiser und diskreter als in Deutschland.

Auf die finanziellen Möglichkeiten der Gastfamilie oder der tschechischen Bekannten sollte in jedem Fall Rücksicht genommen werden. Zum Beispiel ist es aufmerksamer, sich in ei-nem Lokal zu verabreden, das den finanziellen Verhältnissen der Familie oder der Freunde entspricht.

Das Essen wird einem in Tschechien in der Regel fertig portioniert serviert, und auch der Nachschlag wird von der Hausfrau in der Küche auf den Teller gegeben.

Die tschechischen Hörnchen (rohlík) und Brötchen / Semmeln / Schrippen / Wecken… (houska) werden vor dem Bestreichen oder Belegen nicht unbedingt aufgeschnitten.

Tschech/-innen gehen viel, auch weitere Strecken, zu Fuß. Das Auto wird zumeist nicht für alltägliche Kurzstrecken eingesetzt. Wird man doch einmal mit dem Auto abgeholt oder irgendwo hingebracht, sollte man dies auch dankbar würdigen und nicht als „selbstverständlich“ hinnehmen.

Die Telefontarife für Auslandsgespräche sind in Tschechien erheblich höher als in Deutsch-land. Deshalb sollte man sich bei einem Anruf nach Deutschland am besten mit einer Billig-vorwahl zurückrufen lassen. Dafür ist die Handydichte in Tschechien noch höher (Handy = mobil).
T wie TelefonT wie Telefonieren

In den Sommerferien oder auch am Wochenende sind sehr viele Tschech/-innen die meiste Zeit in ihrem Wochendendhäuschen, das jedoch auch in der Luxusausführung noch liebevoll „Hütte“ (chata, chalupa) genannt wird.

(ausQuelle: Do kapsy- Für die Hosentasche, Ein kleiner deutsch-tschechischer Sprachführer für Jugendbegegnungen; Herausgeber: Tandem Regensburg- Koordinierungszentrum Deutsch- Tschechischer Jugendaustausch; 9. Auflage 2009)



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