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ahoj.info-News

Heidi Inderwies on arrival

Seit September 2016 ist Heidi Inderwies aus Bayern EVS-Freiwillige bei Tandem Pilsen. Gemeinsam mit Kateřina Holišová aus Südmähren und Simona Korčáková aus Südböhmen, den beiden Freiwilligen bei Tandem Regensburg, ist sie für das deutsch-tschechische Jugendprojekt „ahoj.info“ zuständig. Neben einer intensiven Betreuung durch Tandem-Mitarbeiter/-innen vor allen Dingen am Anfang des EVS-Jahres fahren die Freiwilligen zu einem einwöchigen On Arrival-Training, um bestmöglich auf die kommenden Monate im Ausland vorbereitet zu werden. Im Folgenden reflektiert Heidi Inderwies ihre Erlebnisse bei ihrem On Arrival-Training im tschechischen Vrchlabí. 

Circa 200 Jugendliche aus ganz Europa sind jedes Jahr im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes in Tschechien, 23 von ihnen – mich eingeschlossen – trafen sich Ende September 2016 beim fünftägigen On Arrival-Training in Vrchlabí, dem Tor zum tschechischen Riesengebirge.
Noch ziemlich müde, aber unglaublich aufgeregt startete ich am Morgen des 22. September vom Pilsener Bahnhof in Richtung Norden. Vier Umstiege später stellte sich heraus, dass das Städtchen doch nicht so klein und demzufolge das Hotel nicht so leicht zu finden ist, wie ich angenommen hatte. Immerhin fanden die Seminarteilnehmer/-innen, erkennbar an großen Trekkingrucksäcken und einem leicht verwirrten, von Orientierungslosigkeit zeugenden Gesichtsausdruck schnell zusammen. Google Maps sei Dank! kamen wir am Nachmittag in unserer Unterkunft an. Tschüss Studentenwohnheim, Hallo 3-Sterne-Hotel! Nachdem wir unsere Sachen verstaut und eine kleine Vorstellungsrunde unter freiem Himmel im Park gemacht hatten, konnten wir uns sogleich der nächsten Attraktion des Hauses widmen: dem Essen! Satt, zufrieden und erschöpft fielen wir dann ins Bett mit dem Wissen, dass uns vier Programm-reiche Tage bevorstanden.

Das Aufstehen am nächsten Morgen fiel in Anbetracht des leckeren Frühstücksbuffets nicht allzu schwer; und so waren wir jeden Tag satt und pünktlich um 9.30 Uhr im Seminarraum versammelt. Das komplette Programm vorzustellen, würde den Rahmen sprengen. Deswegen die Kurzfassung: Kennenlernspiele, eine Stadtrallye mit der App „Actionbound“ (die echt viel Spaß macht!), Workshops zu Themen wie tschechische Mentalität und Traditionen, Geschichte des Landes. Wir haben auch tschechische Sehenswürdigkeiten kennengelernt, Tipps für Events und Festivals in ganz Tschechien bekommen, die kulinarischen Freuden des Landes im Praxisunterricht erkundet (Karlsbader Oblaten und Banany-Riegel zu Bildungszwecken essen, was gibt es Schöneres?) und dieselben wieder bei einer ausgedehnten Wandertour abtrainiert. Wir haben über unsere Wünsche und Ziele nachgedacht, Pläne geschmiedet und einen Brief an unser späteres Ich geschrieben. Bier im Pub getrunken, Besuche und gemeinsame Reisen geplant, Freundschaften geschlossen. Das Suchtpotential von Spieleautomaten erkannt, deutsche Kultur in Form von „Komando Bimberle“ in die Welt getragen, Tschechisch gelernt und vor allem eines: gemeinsam viel Spaß gehabt.

Doch auch Probleme wurden thematisiert: enttäuschte Hoffnungen, falsche Erwartungen, Kommunikationsprobleme, fehlende Mentoren, mangelnde Absprachen, Langeweile oder – das Gegenteil – Überforderung.

Was wir mitnehmen, ist Motivation und Vorfreude angesichts der kommenden Wochen und Monate, sowie die Gewissheit, dass niemand allein ist, dass wir bei Schwierigkeiten Hilfe bekommen und die schönen Momente miteinander teilen können.

Und schließlich noch ein ganz praktischer Aspekt: Jeder von uns hat jetzt übers ganze Land verteilt ein Bett, einen Bekannten, Guide oder vielleicht sogar einen Freund, der ihn/sie willkommen heißt – und umgekehrt. Und selbst wenn wir uns nicht auf diesem Wege treffen, so sehen wir uns doch spätestens am Mid Term-Training Ende Januar 2017 wieder, wenn die ganze Truppe zum zweiten Mal zusammenkommt.

Heidi Inderwies

Das deutsch-tschechische Projekt "ahoj.info" wird unterstützt vom Deutschen Jugendherbergswerk (DJH).

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Tandem ist eine Einrichtung in Trägerschaft des Bayerischen Jugendrings und wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie durch die Länder Bayern und Sachsen.

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Redaktion: Petula Hermansky Verantwortlich: Thomas Rudner